DEKRA-reflect Methodik und Gütekriterien

Ansatz, Perspektiven und Inhaltsbereiche
Die DEKRA reflect-Standortanalyse ist ganzheitlich angelegt und umfasst vier Perspektiven: die Überprüfung der Qualität (1) arbeitsrechtlicher und (2) personalwirtschaftlicher Instrumentarien in standardisierten Audit-Interviews, sowie eine Begutachtung der gelebten Praxis im Unternehmen durch Überprüfung (3) der Mitarbeitersicht und (4) der Sicht der Führungskräfte mit einem objektiven und validierten Fragebogenverfahren über sieben Themenbereichen des HR-Managements.

Geleitet wurde die Entwicklung der DEKRA reflect-Methodik von dem Axiom, eine objektive, präzise, transparente und differenzierte Aussage über die zukunftsorientierte Arbeitgeberqualität sicherzustellen. Daher wurde eine Validierungsstudie realisiert, in der Mitarbeiter und Führungskräfte aus über 50 verschiedenen Unternehmen und Organisationen befragt wurden. Im Folgenden werden die Befunde zu Gütekriterien des DEKRA reflect-Ansatzes vor dem Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen Standards zusammengefasst.

Objektivität ist sicherlich eine der wichtigsten Eigenschaften eines validen Prüfverfahrens. Objektivität ist gegeben, wenn die Ergebnisse unabhängig von Einflüssen der Begutachter oder der Untersuchungssituation bei Durchführung, Auswertung und Interpretation zustande gekommen sind.
Sowohl für das Fragebogenverfahren (Mitarbeiterbefragung), als auch für die hoch standardisierten Interviewverfahren durch Checklisten kann methodisch Durchführungs- und Auswertungsobjektivität sichergestellt und in jedem Schritt der Ergebnisermittlung transparent dargestellt werden. Interpretationsobjektivität wird über die Regeln der Stichprobengewinnung im Unternehmen, der Anonymität und der normierten Ergebnisskalen sichergestellt. Um eine belastbare Unternehmensbeschreibung realisieren zu können, müssen sich mindestens 50 % der Mitarbeiter bzw. der Führungskräfte an der DEKRA reflect-Umfrage beteiligen.

Reliabilität ist gegeben, wenn die Prüfmerkmale zuverlässig und mit einem hohen Grad an Genauigkeit gemessen werden. Nur Verfahren mit einer hohen zufriedenstellenden Messgenauigkeit ermöglichen auch eine eindeutige und aussagkräftige Beurteilung der Ergebnisse.
Für das Fragebogenverfahren (Mitarbeiterbefragung) können bei alle DEKRA reflect-Skalen hohe bis sehr hohe Reliabilitätskoeffizienten (Cronbachs Alpha und Split-Half-Reliabilität) im Bereich von .71 bis .96 nachgewiesen werden, der zusammenfassende DEKRA reflect-Indikator erzielt ein Cronbach Alpha von .96 (siehe auch nachfolgende Tabelle).
Für die qualitativen Interviewverfahren (Checklisten) kann methodisch Interrater-Reliabilität sichergestellt werden, indem die Ergebnisermittlung (a) ausschließlich auf ein hoch standardisiertes und strukturiertes Checklistenformat basiert und (b) die Punktwertvergabe für jede Einzelfrage sich auf ein objektiv überprüfbares hinterlegtes Kriterium bezieht. Dies stellt unabhängig von Durchführung der Interviews, von situativen Faktoren während der Interviews oder von Einflussfaktoren, die von der Interviewerperson selber ausgehen, eine zuverlässige, nachvollziehbare, sowie eine Kriterium basierte Ergebnisbestimmung sicher.

Validität eines Messverfahrens liegt vor, wenn das Verfahren auch tatsächlich das Merkmal misst, das es inhaltlich auch abbilden soll. Dies wird in der Regel dokumentiert, indem der Zusammenhang der Ergebnisse des Testverfahrens mit unabhängigen Außenkriterien überprüft wird.
Eine Untersuchung der Validität wurde i.d.S. für das quantitative Fragenbogenverfahren (Mitarbeiterbefragung) realisiert. Alle DEKRA reflect-Skalen zeigen hohe bis sehr hohe signifikante Validitätskoeffizienten mit den untersuchten tätigkeitsbezogenen Außenkriterien (wie z.B. Arbeitszufriedenheit, Commitmentaspekte, Fluktuationsneigung). Darüber hinaus kann die geforderte Unabhängigkeit der Testergebnisse mit rein soziobiographischen bzw. personenbezogenen Merkmalen, wie Alter, Geschlecht, Tätigkeit, Position etc., deutlich nachgewiesen werden. Validität ist ebenfalls für den globalen DEKRA reflect Indikator gegeben.

Tabelle: Reliabilitätskoeffizienten und Validitätskoeffizienten

Skala Junge Mitarbeiter Familie und Beruf Älterer Mitarbeiter Interkulturelle Orientierung Führungskultur Unterehmerische soziale Verantwortung Partizipation Innovationskultur DEKRA reflect-Indikator
Reliabilität Cronbachs Alpha ,957 ,955 ,952 ,910 ,967 ,945 ,842 ,744 ,955
Split-Half Reliabilität ,956 ,959 ,954 ,877 ,964 ,932 ,819 ,694 ,943
Alter -,161 ,064 -,072 ,105 ,018 ,005 ,063 ,052 -,046
Geschlecht -,015 ,084 ,081 ,121 ,044 -,210 -,049 ,044 ,052
Führungsposition -,292 -,268 -,318* -,087 -,210 -,288 -,218 -,344* -,257
Commitment (Engagement) ,419** ,250 ,388* ,232 ,350* ,419** ,412** ,284 ,367*
Arbeitszufriedenheit ,709** ,546** ,690** ,495** ,685** ,517** ,724** ,653** ,668**
Erfolg der Arbeitsgruppe ,753** ,627** ,657** ,374* ,690** ,590** ,594** ,519** ,675**
Fluktuationsneigung -,641** -,562** -,651** -,470** -,706** -,506** -,531** -,418** -,673**

Anmerkung: * Die Korrelation ist auf dem Niveau von 0,05 signifikant; ** Die Korrelation ist auf dem Niveau von 0,01 signifikant.

Ergebnisdarstellung

Prüfergebnisse für alle Aspekte der DEKRA reflect-Standortanalyse werden als Prozentrangwerte ausgegeben. Dies gilt auch für den globalen DEKRA reflect-Indikator, der als zusammenfassendes Maß Auskunft über die allgemeine arbeitgeberbezogene Zukunftsfähigkeit gibt.

Transparenz und Ökonomie
Jeder Schritt der DEKRA reflect-Methode – von der Datenerhebung über den eingesetzten Erhebungsmethoden, wie Fragebogen und Items, sowie allen Auswertungsschritten bis zur Ergebnisermittlung – sind transparent und nachvollziehbar. Alle Fragebogenformen bzw. -items sind jederzeit zugänglich. Die Bearbeitungszeit des Fragebogens mit 108 Items beträgt in der Endfassung ca. 20 Minuten.

Für weitere Informationen zur DEKRA reflect-Methodik:
Dr. Markus Bredendiek, Dipl.-Psychologe
Wissenschaftliche Leitung

DEKRA Personaldienste GmbH
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